Die Banken haben traditionell eine Transformationsfunktion, bei welcher sie die Fristen- und Losgrössen-Transformation vornehmen. Da die Einlagen und Kredite meist nicht die gleichen Fristen und Beträge haben, nimmt die Bank durch die Hereinnahme und die Herausgabe von Krediten diese Transformationsfunktion wahr. Die Crowdlending-Plattformen nehmen lediglich die Losgrössen-Transformations-Funktion wahr, da per Definition kleine Beträge der Kreditgeber einem höheren Betrag auf der Kreditnehmerseite entgegenstehen.

 

 

Im Gegensatz zu den Banken und zu den Kreditinstituten ist bei Crowdlending das Zinsdifferenz-Geschäft kein Teil des Geschäftsmodelles. Das heisst beim Crowdlending wird der Zinssatz, welcher der Kreditnehmer zahlt 1:1 an den Kreditgeber weitergeleitet. Bei den Banken bzw. den Kreditinstituten sind meist signifikante Unterschiede zwischen den Einlagen und der Kreditseite zu beobachten. Insbesondere im 0 Zinsumfeld bekommen die Sparer kaum Zins, während die Kreditnehmer bis zu 9.9% Zinsen zahlen müssen (bei bestehenden Verträgen vor der Senkung des Maximalzinses auf 10% sogar bis zu 14.9%). Beim Crowdlending sind je nach Bonität des Schuldners Zinssätze von weniger als 4% möglich, wobei auch hier die Kreditgeber noch immer eine höhere Rendite erzielen können als auf dem Bankkonto. Der Nachteil dabei ist, dass die Mittel gebunden und nicht jederzeit abrufbar sind. Abgemildert wird diese beim Crowdlending, dass die Kreditnehmer das Darlehen meist in monatlichen Raten abzahlen, womit jeden Monat ein Teil des Kredites zurück an den Kreditgeber fliesst.

Generell haben Banken und Crowdlending ein unterschiedliches Geschäftsmodell. Banken werden durch Crowdlending nicht ersetzt, das Modell bietet aber ein faires Modell, bei welchem Kreditgeber wie auch Kreditnehmer gleichermassen profitieren. Aus dieser Sicht sind wir überzeugt, dass sich diese Form der Kreditvergabe etablieren wird.

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